Morphologie und Semantik des Konjunktivs im Lateinischen und Spanischen (Promotionsprojekt)

Eine vergleichende Analyse auf der Grundlage eines Literaturberichtes (mit einem kurzen Ausblick auf die größeren romanischen Sprachen)


Allgemeine Angaben

Projektbeginn
Freitag, 01. Mai 2009
Projektende
Freitag, 30. September 2011
Status
abgeschlossen
Hochschule
Universität Trier
Thematik nach Sprachen
Spanisch Sprachübergreifend Latein
Disziplin(en)
Sprachwissenschaft Sprachpraxis
Schlagwörter
Konjunktiv Morphologie Semantik

Aktiv beteiligte Person(en)

(z.B. Kooperation, Mitarbeiter, Fellows)

Jens Metz

Passiv beteiligte Person(en)

(z.B. Betreuer, Berater)

Prof. Dr. Johannes Kramer Prof. Dr. Andre Klump

Anmerkungen

keine

Exposé

Sowohl im Lateinischen als auch im Spanischen spielt der Konjunktiv eine weitaus größere Rolle als im Deutschen, in dem er immer mehr zurückgedrängt zu werden scheint (vgl. “er sagt, dass er krank ist” vs. “er sagt, dass er krank sei”). Besonders deutlich wird diese Tendenz am Beispiel des deutschen Konjunktivs Präteritum, der immer mehr durch die semantisch deckungsgleiche analytische Form des Konditionals I. (“ich würde finden” statt “ich fände”) abgelöst wird. Es besteht ferner zweifellos in der heutigen Zeit ein Unterschied zwischen gesprochener Sprache des Deutschen, die den Indikativ aus Gründen der Sprachökonomie vorzieht, und geschriebener Sprache des Deutschen, die- sicherlich auch aus stilistischen Gründen- noch öfter und weiterhin den Konjunktiv verwendet.

Von einer ähnlichen Ausgangskonstellation- geschriebene vs. gesprochene Sprache- ist bei einer Gegenüberstellung des Konjunktivs des Lateinischen und Spanischen auszugehen, denn hier haben wir es nicht mit zwei unterschiedlichen und voneinander völlig unabhängigen Sprachen, sondern mit zwei Sprachen zu tun, von denen die eine (= Spanisch) sukzessive aus der anderen (= Latein) hervorgegangen ist: Das Spanische ist aus dem Vulgärlateinischen, d.h. dem gesprochenen Latein, entstanden, welches wiederum auf das klassische Latein, d.h. das geschriebene Latein, zurückgeht. Insofern ist die Grundstruktur dem heutigen Deutsch sehr ähnlich und mit ihr vergleichbar. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass das Spanische dem Konjunktiv trotz aller Tendenzen zur Sprachökonomie und Vereinfachung im Gegensatz zum gesprochenen Deutsch weiterhin eine bedeutende Rolle zuweist. Die Untersuchung setzt sich daher zum Ziel, diese herausgehobene Stellung des spanischen Konjunktivs (“Subjuntivo”) in der Gegenüberstellung zu seinem “Vorgänger”, d.h. dem lateinischen Konjunktiv, zu analysieren.

Von daher ist diese Beobachtung auch der Ausgangspunkt, denn ein erster Blick auf das Lateinische und einen seiner Nachfolger, nämlich das Spanische, legt den Eindruck nahe, dass das Spanische an den Stellen, an denen das Lateinische den Konjunktiv setzt, auf den Indikativ rekurriert (Bsp.: indirekte Fragen). Denn wie zwischen dem geschriebenen und gesprochenen Deutsch oftmals ein großer Unterschied auszumachen ist, so ist auch das Spanische aus dem gesprochenen Latein entstanden, das sich immer mehr vom streng reglementierten Schriftlatein abwandte. Da folglich das Spanische eine Tochtersprache des Lateinischen ist, treten bei einem zweiten, genaueren Blick im Rahmen des Konjunktivgebrauchs jedoch zuweilen gravierende Unterschiede auf, deren systematische Darstellung ebenfalls Ziel ist. Hierfür sind u.a. grammatisch- sprachliche Phänomene verantwortlich, die sich im Spanischen nicht in der Form erhalten haben, in der sie im Lateinischen auftreten. Insofern wird zu zeigen sein, dass das Spanische bei der Verwendung des Konjunktivs gegenüber dem Lateinischen zwar Simplifizierungstendenzen aufweist, aber auch den Konjunktivgebrauch ausdehnt. Dieses Verhältnis zu beschrieben und zu analysieren ist somit die Absicht der Analyse.


Sonstige Angaben

Ersteller des Eintrags
Jens Metz
Version
8
Erstellungsdatum
Montag, 10. Mai 2010, 06:59 Uhr
Letzte Änderung
Montag, 10. Mai 2010, 06:59 Uhr